Autorwkerner

Nicht GEBOTE, Gottes KINDER … werden erwachsen

Durch den Segen wird uns immer wieder zugesagt, dass Gott uns als Freund, Liebhaber, Glücklichmacher und Friedenschenker auf unseren Lebenswegen begleitet:
“Der HERR blicke euch freundlich an und schenke euch seine Liebe! Der HERR wende euch sein Angesicht zu und gebe euch Glück und Frieden!” (4.Mose 6,25f. Gute-Nachricht-Bibel)
Dennoch haben viele in ihrem Leben eher einen Gott vermittelt bekommen, der eher wie ein Polizist und Richter wirkt: misstrauisch darüber wachend, dass wir immer und zu allen Zeiten seine Gebote halten, als wenn das das Wichtigste im Leben wäre.
Hier hilft es vielleicht, sich Gott eher wie einen Vater oder eine Mutter vorzustellen, die zwar in frühen Zeiten der Erziehung auch mit Regeln arbeiten, doch eigentlich darauf hoffen, dass die Kinder irgendwann erwachsen werden und die “Hausregeln” in der Beziehung zueinander dann immer weniger Bedeutung haben, weil jeder selbst weiß, was für sie und die anderen gut ist und guttut. Mehr dazu in diesem 6-Minuten-Video-Predigtersatzstoff.

GLÜCK finden

Wenn Gott sich selbst an erster Stelle Namen wie Glück, Frieden, Freundlichkeit und Liebe zulegt (4.Mose 6,25f.), dann klingt das ja ganz anders als die Vorstellungen von Gott, die mir in meiner Biografie von religiösen Leuten immer wieder nahegebracht wurden: Richter oder Polizist zum Beispiel. Und jetzt vergleiche ich das mal:
Was, wenn Gott nicht an erster Stelle Polizist und Richter ist, dessen Hauptbeschäftigung es ist zu überführen und zu verdammen, so dass ich immer und überall misstrauisch auf der Hut sein müsste, ob ich etwas falsch mache?
Was, wenn Gott an erster Stelle der große Glücklichmacher, Friedensbringer, Freund und Liebhaber ist, der sich in aller Welt unsichtbar versteckt hat, um von seinen Menschenkindern gefunden zu werden?
Aber Achtung: Es gilt hier dasselbe Prinzip wie auch sonst beim Versteckspielen: Du musst wissen, wonach Du suchst, damit Du das Richtige findest. Oder anders: Du wirst immer das finden, wonach Du suchst.
Wer durch’s Leben geht und (ängstlich) Ausschau hält oder sich wegduckt vor einem Gott, den er als den großen Polizisten oder Richter erwartet, welcher durch’s Schicksal straft und verdammt, der wird diesen auch finden.
Wer durch’s Leben geht und (abenteuerlustig) auf der Suche ist nach einem Gott, welcher als der große Künstler und Liebhaber sich an allen hellen Ecken und dunklen Enden des Lebens finden lässt, der wird diesen auch finden.

ABENTEURER
Auf ihrer Expedition sitzen Blau und Grün nach einem Schiffbruch im Rettungsboot und fürchten um ihr Leben. Es stürmt fürchterlich und überall sehen sie nur Wasser.
“Großer Gott”, betet Blau, “bitte hilf uns! Wenn Du uns das überleben lässt, will ich die Hälfte meines Vermögens für einen guten Zweck stiften!”
Die beiden rudern und rudern, aber weit und breit ist kein Land und keine Rettung in Sicht.
Und wieder beginnt Blau:
“Herr! Wenn wir durch Deine Hilfe aus diesem Schlamassel wieder rauskommen, dann …”
“Halt!”, unterbricht ihn Grün, “hör sofort mit diesen Angeboten auf: Land in Sicht!”

GOTT-SUCHER und GLÜCK-FINDER
Und wenn es jetzt noch Leute gäbe, die aus dieser Gott-Such-Expedition ein Gesellschaftsspiel machen würden …
Ja genau, es müssten sich Leute zusammentun, die aus dieser Gott-Suche eine Gemeinschaftsexpedition machen, so dass sie Tipps und Tricks, ein paar hilfreiche Regeln oder motivierende Begleitmusik austauschen.
Ein paar von diesen Leuten habe ich zum Glück schon gefunden:

NAMEN färben ab

Für meinen Namen kann ich nichts. Den Nachnamen habe ich geerbt. Den Vornamen haben mir meine Eltern verpasst. Eltern sprechen ihrem Kind einen bestimmten Namen ja oftmals nicht nur deshalb zu, weil er gut klingt, sondern weil er auch eine Bedeutung hat, die für sie mit Blick auf das Kind wichtig ist.

Und dann gibt es natürlich noch die anderen Namen, die einem im Laufe des Lebens zugesprochen werden: “Genie”, wenn’s gut läuft, oder “Pisser”, wenn …

Unter den beigelegten Namen sind also oftmals auch solche, die man sich selbst niemals ausgesucht hätte.

Auch bei Gott gibt es dieses Phänomen, dass ihm im Laufe der Geschichte Namen beigelegt wurden, die er sich vermutlich selbst niemals ausgesucht hätte: “der All-Mächtige”, “der All-Wissende”, “der Leidensunfähige” zum Beispiel. Das Problem an dieser Stelle ist nämlich, dass diese Namen nicht nur für das Verständnis Gottes desaströse Folgen haben, sondern auch für die, auf die diese Namen “abfärben” – Kirchenleute und Politiker zum Beispiel. Was das anrichtet, wenn solche Namen zu Idealvorstellungen werden, kann man ganz konkret beobachten, wenn ein US-Präsident sich entsprechend verhält: mächtig (brutal), wissend (unbelehrbar), leidensunfähig (mitleidslos).

Wie anders klingen da die Namen, die Gott sich selbst gegeben hat und die auf uns als seine Kinder abfärben sollen: Freundlichkeit, Liebe, Glück, Frieden (4.Mose 6,25f.). Wenn Gott dann also eher so jemand wie “der All-Glückliche” und “der All-Glücklichmachende” ist, wie anders würden sich diejenigen verhalten müssen, die – wie US-Präsidenten – das Handeln in seinem Namen für sich beanspruchen? Was würde dann aus George oder Hans, dem Afro-Amerikaner werden, auf den der Name “Glück” (engl. “Luck”) abfärben darf?

Und was wird dann aus mir, wenn mir im Segen Gottes Name – als neuer Nachname quasi – zugesprochen wird?

NAMENSÄNDERUNGEN
Ein Rabbi fährt mit dem Zug aus der Kreisstadt in seine Heimatgemeinde. Ihm gegenüber sitzt ein eleganter Mann.
Der Rabbi überlegt:
“Heute ist Freitag. Bis wir ankommen, ist es sieben Uhr, da kann er keine Geschäfte mehr machen, also kommt er aus Familiengründen. Ich kenne aber alle Leute in meiner Gemeinde, also muss er schon früher weggezogen sein.
Jetzt habe ich es: Da gab es einen Moische PISSER, der ist nach Berlin gezogen; dort hat er sich Moses WASSERSTRAHL genannt. Dann soll er nach Paris gegangen sein, und man hat nichts mehr von ihm gehört.”
Jetzt wendet sich der Rabbi an den Mann:
“Entschuldigen Sie, mein Herr, sind Sie Herr LAFONTAINE?”
“Ja, der bin ich. Aber woher kennen Sie meinen Namen?”
“Was heißt kennen? Ich habe ihn mir ausgerechnet.”

“Der HERR blicke euch freundlich an und schenke euch seine Liebe! Der HERR wende euch sein Angesicht zu und gebe euch Glück und Frieden!” (4.Mose 6,25f. – Gute Nachricht)

REGEN- UND STURMSCHUTZ

“Der Herr segne euch und beschütze euch!” (4.Mose 6,24) Das hört sich gut an. Aber wie funktioniert das mit dem Beschützen? Schließlich beobachte ich doch oft genug, dass ich selbst und auch andere scheinbar schutzlos Schaden nehmen.

Mein Versuch, mir darauf einen Reim zu machen:

Gott bietet den Schutz seines Segens an, der durch seine Gegenwart auch tatsächlich zur Verfügung steht, so ähnlich wie ich jemandem den Schutz meines Regenschirms anbiete und sage: “Hier, nimm! Der kann Dich schützen.”

Der Regenschirm wird dann nicht verhindern, dass das Unwetter kommt. Und von den Unwettern und Stürmen des Lebens werden auch die, die auf die Gegenwart Gottes vertrauen, nicht weniger getroffen werden.

Aber der Schirm des Vertrauens auf die Gegenwart Gottes kann immerhin helfen, in den Stürmen des Lebens weniger Schaden zu nehmen. Dafür muss ich diesen Schirm nur aufmachen und benutzen. In den Stürmen des Lebens heißt das für mich: einen Schritt zurücktreten und darauf vertrauen, dass unsichtbar im Hintergrund Gott tatsächlich am Werk ist, dass es da eine kreative und wohlwollende Kraft im Universum gibt, die durch alle Stürme und Widerwärtigkeiten hindurch doch dahin wirkt, dass mir alles zum Besten dient (Römer 8,28).

Wer so den Segensschirm aktiviert, der lebt etwas entspannter; der hat nicht nur die eigenen Ressourcen zur Verfügung, sondern ist Abenteurer in dem Abenteuer, das der große Poet mitgestaltet zu unserem Glück. Dabei wird man vermutlich immer wieder auch bemerken, dass oberflächliches Happy-Sein und tiefgründiges Glücklich-Werden nicht immer zusammenfallen. Nicht selten bin ich dann, obwohl oberflächlich vielleicht angespannt und herausgefordert, doch tiefgründig glücklicher, als es mir im Augenblick des Sturmes bewusst ist.

Das geht natürlich auch andersherum, dass man zwar oberflächlich und Sonnenschein-mäßig happy, aber tiefgründig doch nicht wirklich glücklich ist …

HAPPY, aber nicht GLÜCKLICH
Ein nach New York emigrierter Jude wird von einem Amerikaner gefragt:
“Sind Sie eigentlich happy in New York?”
“Happy schon, aber nicht glücklich.”

Gottes Reden VERSTEHEN

Da ist noch so ein Problem, auf das bereits Martin Luther hingewiesen hat: Es nützt ja nichts, wenn wir Gottes Worte bei uns haben (z.B. in der Bibel), sie aber nicht verstehen (können), weil sie in Latein zu uns kommen, wir aber zufälligerweise (nur) Deutsch reden und verstehen. Darum hat sich Martin Luther ja auch an die wertvolle Aufgabe gemacht, die hebräischen und griechischen Schriften des Alten und Neuen Testaments ins Deutsche zu übersetzten. Zu seiner Zeit war die Bibel im Gottesdienst nämlich immer nur in lateinischer Übersetzung zu hören, was damals immerhin für akademisch gebildete Menschen so gut verständlich war wie für uns heute Englisch.

Das Problem ist nur: So ein Deutsch, wie man es zu Martin Luthers Zeiten sprach, versteht heute kaum ein Mensch. Die Luther-Übersetzung ist – trotz ihrer wiederholten sprachlichen Modernisierung – mittlerweile eher eine Bibelübersetzung für Theologen oder solche Gottesdienstteilnehmer, die sich an sie gewöhnt haben, auch wenn man manchmal gar keine Ahnung hat, was da gemeint ist, selbst wenn alles nach schönem Deutsch klingt.

Ein Beispiel. Was bedeuten denn die Worte, die am Ende jedes Gottesdienstes beim Segen gesprochen werden: “der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir … der Herr hebe sein Angesicht über dich”? (4.Mose 6,24f.)

Es wird Zeit, dass eine andere Bibelübersetzung Standardbibel für den Gottesdienst und für das spirituelle Alltagsleben wird, eine Übersetzung, die man auf Anhieb versteht, ohne erst zusätzliche Übersetzungshilfen und Erklärungen von PfarrerInnen oder TheologInnen zu benötigen – die “Gute Nachricht Bibel” zum Beispiel.

Texte VERSTEHEN
“Ich hab mir die Tage ein Puzzle gekauft und bin ganz begeistert, wie ich das in tollen 30 Minuten hingekriegt habe.”
“Was ist daran so toll?”
“Auf dem Karton stand: 3 bis 4 Jahre.”

“Gott sagte zu Mose …” – UND ZU MIR?

Es gab wohl mal eine Zeit, in der Menschen den Eindruck hatten, dass Gott ganz direkt zu ihnen redet – so in dem Stil: “Der HERR sagte zu Mose: …” (4.Mose 6,22). Heutzutage scheint man unter Christen einen so direkten Zugang zu Gott verloren zu haben. Ja, traurigerweise ist man unter manchen Protestanten – vor allem lutherischer Prägung – sogar der Auffassung, man täte gut daran, alle “Schwärmer”, die solche direkten Gotteserfahrungen selbst machen und diese dann auch noch für andere anregen, aus der Frömmigkeitskultur zu “beseitigen”. Stattdessen favorisiert man ein Konzept, wonach Gott (nur noch) durch “sein Wort” (gemeint ist die Bibel) indirekt zu uns redet. Und da die Bibel für viele Menschen nicht mehr allein durch sich selbst verständlich ist, müssen professionell geschulte und bezahlte Mitarbeiter (PfarrerInnen und PriesterInnen) nun Gott dabei helfen, dass sein Reden durch die Bibel auch heute noch bei den Leuten verständlich ankommt. Wenn das mal funktioniert …

Dabei ist das ja grundsätzlich auch gar nicht so falsch, dass Gott durch die Bibel mir ganz viel zu sagen hat, weil ich dort zum Beispiel ganz viel über Jesus Christus, sein Leben, Handeln und Reden erfahre; oder weil ich durch die dort berichteten Glaubenserfahrungen anderer Menschen zu neuen, eigenen Glaubenserfahrungen angeregt werde. Aber Gott hat doch nicht aufgehört, direkt zu sprechen; schon gar nicht, seitdem er an Pfingsten dazu extra seinen Geist über alle “ausgegossen” hat: über Junge wie Alte, Frauen wie Männer, Profi-Theologen wie Hobby-Theologen. Sie alle hat er mit seinem Geist begabt, so dass eben nicht nur alte Propheten, Pfarrer und Priester sein Reden hören und verstehen, sondern jede und jeder – bereits Kinder und Jugendliche.

Und wenn nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Profi-Theologen Worte und Symbole des Glaubens oftmals ein wenig anders verstehen, als sie gedacht sind, dann wird auch das für Gott kein größeres Problem sein; und wir könnten es dann doch auch einfach mit ein wenig mehr Humor hinnehmen:

AMPEL

Die Großmutter nimmt ihren Enkel das erste Mal mit in die Kirche und zeigt ihm alles. Dann betet sie still in einer Bank. Der Kleine sieht gebannt auf das Rot des ewigen Lichts. Bald wird ihm langweilig, und er stößt die Großmutter an: “Oma, wann schaltet denn die Ampel endlich auf Grün?”

SPIRITUOSEN, keine VIRTUOSEN

Pfingstpredigt-Ersatzstoff: Jeder von uns hat sie sicher schon einmal begeistert erlebt: die Vorstellung eines virtuosen Künstlers, Musikers oder Sportlers. Da sind Leute, die haben ihre Kunst so weit perfektioniert und liefern eine solch kraftvolle Performance ab, dass einem als Zuschauer vor Ergriffenheit der Atem stockt. Auch beim allerersten Pfingstfest in Jerusalem stockte den Zuschauern der Atem – vielen allerdings weniger vor Begeisterung, sondern eher vor Entsetzen und Ratlosigkeit. Denn als sie die Jünger und Jüngerinnen Jesu beobachteten, wie sie da aus ihrer Zurückgezogenheit und Mutlosigkeit heraustraten und zu predigen und von Gottes Wundertaten zu erzählen begannen, da wirkten diese auf sie eher besoffen als virtuos. Etliche machten sich lustig und meinten: “Die Leute sind doch betrunken!” (Apostelgeschichte 2,13).
Das Geheimnis, zu dem uns das Pfingstfest immer wieder einlädt, lässt sich vielleicht folgendermaßen skizzieren: An Pfingsten wird deutlich, dass Gott seine Segensgeschichte nicht (nur) mit ein paar wenigen, professionell arbeitenden VIRTUOSEN schreibt, die eine atemberaubend perfekte Performance abliefern, sondern mit allen amateurhaft und mitunter auch betrunken wirkenden SPIRITUOSEN, die sich von Gottes Geist bewegen lassen.
Wenn man sich nun von Gottes Geist – nicht nur an Pfingsten – erfüllen und begeistern lässt und so in diesem ganz neuen Sinn zum “Spirituosen” wird (vom lateinischen “spiritus”: “Geist”), dann kann es passieren, dass man sich dabei auch zu Handlungen und Vorstellungen hinreißen lässt, die man aus eigener Kraft oder aus eigenem Mut sich niemals zugetraut hätte. Und dann stellt man sich am besten gleich auch darauf ein, dass dies auf andere nicht nur unvollkommen, sondern auch beschwipst wirken könnte.

Hiermit wird also der pfingstliche Vorschlag unterbreitet, die Verwendung des Wortes “Spirituose” um eine neue Bedeutung zu erweitern, um auf seine spirituelle Dimension hinzuweisen. Wobei das jetzt nicht heißen soll, dass man die Bedeutung und Wirkweise der anderen Spirituosen im gleichen Zuge verachten müsste. Denn schon der kürzeste aller mir bekannten Musiker-Witze weist darauf hin, dass der Weg für viele später einmal virtuos-spirituos wirkende Künstler über die traditionellen Spirituosen führte:

Der kürzeste Musiker-Witz
Gehen zwei Gitarristen an einer Kneipe VORBEI …

Noch nie (Johannes Hartl), Kanon in D (Pachelbel), Cover (LightBand). Pfarrgarten Fußgönheim

Pfingsten 2020: Trotz zunehmender Corona-Lockerungen werden viele Veranstaltungs- und Kontaktbeschränkungen noch über den Sommer bestehen bleiben. Ob ich in Zeiten der Einsamkeit dann immer gleich auch „allein“ sein muss? Oder gibt es vielleicht Formen von Gemeinschaft, die ich mit und durch „Begeisterung“ erleben kann? Das Pfingstfest erinnert daran, dass Gott uns durch seinen Geist auch zum STILLEN BEGLEITER und zum FREUND IN MIR geworden ist. Als „Gottesdienstersatzstoff“ kommt daher dieser Sommer-Cover-Song der LightBand zum Pfingstwochenende, den wir extra für Euch in dieser Woche produziert haben.

Der WEG des GEISTES GOTTES

Mit Gott unterwegs zu sein und von seinem Geist geführt zu werden, das bedeutet nicht selten auch, Opfer zu bringen, Dinge, die einem lieb geworden sind, aufzugeben, um Neues zu empfangen, Neues zu lernen, auch wenn es anstrengend ist (z.B. Griechisch und Hebräisch fürs Theologiestudium). Immer wieder wird man vermutlich auch erleben, dass einem Türen vor der Nase zugeschlagen werden, von denen einem doch vorher gesagt worden war, dass sie für einen offen stehen würden. Zum Glück lässt Gott sich nicht lumpen und öffnet auch immer wieder neue Türen, wo man zunächst gar keine vermutete. Und nicht selten führt Gott zunächst HINAB durch Wüstenwege und Durststrecken hindurch, bevor es – manchmal auf wunderbare Weise – wieder HINAUF geht zu pfingstlichen Erfahrungen oder paradieshaften Personen und Orten.

Mein Paradies habe ich vorerst gefunden hier in der Pfalz, wo ich diese Zeilen schreibe. Ist fast wie der HIMMEL auf Erden – nur der Weg zum Ostseestrand, der ist ein bisschen weit …

Wohnen im HIMMEL – Geschäft auf der ERDE
David geht mit seinem Vater spazieren. Als die beiden an einer evangelischen Kirche vorbeikommen, fragt David seinen Vater:
„Papa, ist das auch eine Synagoge?“
Der Vater:
„So was ähnliches: eine christliche Kirche, also auch ein Gotteshaus.“
David:
„Aber wieso ‚Gotteshaus‘?“
„Nun, so wie in der Synagoge wohnt auch hier der liebe Gott.“
David, zweifelnd:
„Aber der Rabbi hat gelehrt, dass Gott im HIMMEL wohnt!?“
„Das stimmt auch, aber sein GESCHÄFT, das hat er hier unten auf der Erde.“

Petrus: „Jesus von Nazaret wurde von Gott bestätigt durch die machtvollen und Staunen erregenden Wunder, die Gott durch ihn unter euch vollbracht hat; ihr wisst es selbst.“ (Apostelgeschichte 2,22)

Was machst Du hier?

Ich war auf dem Bauingenieursweg in Lübeck, als mir in stillen Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr wie eine innere Stimme Gottes Frage an mich begegnete: „Was machst Du hier? Willst Du nicht einen neuen Weg beschreiten und Theologie studieren?“

Aber das wollte ich – wenn überhaupt – dann nur bedingt. Denn ich liebte mein Leben in Lübeck mit meiner schönen Wohnung auf der Altstadtinsel, hatte tolle Freunde, konnte mit dem Fahrrad zum Timmendorfer oder Travemünder Strand fahren und war erfolgreich auf dem Bauingenieurstripp. All das würde ich aufgeben müssen, um in eine Stadt zu ziehen, in der ich gut Theologie würde studieren können. Und je konkreter die Entscheidung dann wurde und je näher sie kam, desto NACHDENKLICHER wurde ich, denn eigentlich wollte ich all das nicht so gerne aufgeben.

NACHDENKLICH
Das junge Paar wartet längere Zeit im Vorzimmer des Standesamtes. Da erhebt sich die Braut und geht ins Zimmer des Standesbeamten. „Müssen wir noch lange warten?“, fragt sie. „Er wird nämlich schon nachdenklich …“

„Wenn die letzte Zeit anbricht,“ sagt Gott, „dann gieße ich über alle Menschen meinen Geist aus … Junge Leute haben Visionen und die Alten prophetische Träume.“(Apostelgeschichte 2,17; vgl. Joel 3,1ff.)

© 2020 TheoLogo

Theme von Anders NorénNach oben ↑