Autorwkerner

Wer hat DIE LEITUNG?

Wenn man mit dem Geist Gottes Erfahrungen machen will, so scheint es ein entscheidend wichtiges Prinzip zu geben. Ein ehemaliger Geheimdienstoffizier, der irgendwann seinen bisherigen Job an den Nagel hängte, um dann Pastor zu werden, brachte dieses Prinzip mir gegenüber einmal so auf den Punkt: „Wolfram, wenn Du mehr Erfahrungen mit Gott und dem Heiligen Geist machen willst, dann musst Du Dir überlegen, wer die Leitung Deines Lebens haben soll. Denn es kann ja sein, dass Gott Dich Wege führen will, die Du – vorerst vielleicht – nicht unbedingt gehen willst; von denen Du dann vielleicht erst im Rückblick erkennst, dass es gute und wunderbare Wege waren. Bist Du bereit, die Leitung Deines Lebens in Gottes Hand zu legen und ihm zu folgen, wohin er Dich führt?“

HERUMKOMMANDIEREN
„Bremsen, bremsen!“ schreit er. Aber sie gibt Vollgas. Drei Tage später wachen beide im Krankenhaus auf. „Warum hast du denn nicht gebremst?“, lallt er. – „Weil ich mich nicht von dir herumkommandieren lasse!“

Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr, sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. (Jesaja 55,8f.)

GROSSE RATLOSIGKEIT

Immer wieder scheint die Bibel von Ereignissen zu berichten, die – wie damals am ersten Pfingsttag – Leute, die sie miterlebten, ratlos ließen: „Erstaunt und ratlos fragten sie einander, was das bedeuten solle.“ (Apostelgeschichte 2,12)
Noch größer scheint die Ratlosigkeit nur noch bei Leuten zu sein, die sich heutzutage solchen Berichten nähern. Viele vertreten die Position, dass schon damals die berichteten Ereignisse „nicht wirklich so“ stattgefunden hatten und Ähnliches auch heute nicht erlebbar sei. In den eher fromm geprägten Kreisen, in denen ich mich vor vielen Jahren auf die Suche nach Erklärungen für solche außergewöhnliche Phänomene machte, erhielt ich fast immer etwa folgende Antwort: „Ja, damals, da war das so. Aber heute gibt es das nicht mehr. Die Zeit der Apostel ist vorbei.“ Diese Antwort schien der Standard unter Leuten zu sein, die sich in eher traditioneller Weise an die Bibel hielten, diese und ähnliche Erfahrungen selbst aber nicht kannten.
Diese Standardantwort änderte sich für mich schlagartig eines Morgens in Ostberlin kurz nach der Wende bei einem Bibelgespräch, als wir über den Bericht vom ersten Pfingstfest redeten. Auf meine Standardfrage: „Warum erleben wir sowas heute nicht mehr?“ antwortete der pensionierte Pfarrer, der das Gespräch leitete, für mich völlig überraschend: „Das ist eine gute Frage. Wer von Euch so etwas auch erfahren will, für den können wir gerne im Anschluss ans Bibelgespräch beten. Und dann werdet Ihr auch anfangen, solche und ähnliche Sachen zu erleben …“
ERLEBEN
Schon seit längerer Zeit ärgert sich der Rabbi darüber, dass viele Gemeindemitglieder die Synagoge ohne Kopfbedeckung betreten. Eines Tages heftet er folgenden Anschlag an den Eingang der Synagoge:

Ein paar Tage später steht darunter gekritzelt:
„Habe beides erlebt – kein Vergleich.“

ETWAS FEHLT

Also, Pfingsten. Was bedeutet das ursprüngliche Pfingstereignis für mich, der ich zwar über zweitausend Jahre später lebe, aber doch von seinen Auswirkungen geprägt bin? Nur: Was soll ich mit biblischen Berichten wie dem folgenden anfangen? „… und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab.“ (Apostelgeschichte 2,4)
Es waren Texte und Bemerkungen über BESONDERE PHÄNOMENE wie diese, die ich vor ca. 25 Jahren in einer Liste sammelte mit der Überschrift: „Something is missing“. In dieser Liste trug ich Bibelstellen zusammen, die Erfahrungen des Glaubens mit Wirklichkeitsbereichen schilderten, von denen ich den Eindruck hatte, dass sie uns verloren gegangen waren oder wir sie nicht mehr so einfach nachvollziehen können, weil wir den Zugang zu ihnen nicht mehr haben: Berichte von Heilungen, prophetischer Rede, Kraftwirkungen und Wundertaten, Inspirationsgeschehen, verschiedene Weisen des Geistwirkens usw. usf.
Was fangen wir damit an – zweitausend Jahre später? Ob es irgendwie möglich sein könnte, wieder einen Zugang zu solchen Erfahrungsbereichen zu finden?

FINDEN
Kommt ein Mann in einen Armee-Shop und fragt: „Haben Sie Tarnwesten?“
Antwortet der Verkäufer: „Ja schon, aber wir können sie nicht mehr finden!“

FLEISCH und BLUT, nicht STEIN

Immer wieder begegnet mir im Leben das Phänomen, dass ich gerne etwas Verlässliches, Dauerhaftes und Unveränderliches hätte, worauf ich bauen oder woran ich mich orientieren kann. Auch in der Religion: am besten in Stein gemeißelt, damit ich weiß, woran ich bin, damit die Dinge klar und deutlich, unzweifelhaft und zuverlässig sind.
Aber so ist das Leben nicht, ist selten klar und deutlich, noch seltener fest und unveränderlich, weil sich einfach alles ändert, Menschen geboren werden, sich weiterentwickeln, sterben … Da ist nichts Festes, das für immer bleiben, keine TRADITION, die für immer bestehen könnte. Und wie könnte uns Gott da hilfreich begegnen mit Weisungen, die dauerhaft und unveränderlich zwar, dadurch aber zugleich blut- und lebensleer in Stein gemeißelt sind?

Da war es schon eine gute Idee von Gott, noch einmal einen neuen Anfang zu wagen und uns Menschen mit seinen Weisungen nicht auf Stein- oder Gesetzestafeln, sondern durch unser Herz und unser Gewissen zu begegnen.
„Ich werde ihnen mein Gesetz nicht auf Steintafeln, sondern in Herz und Gewissen schreiben,“ sagt der HERR (Jeremia 31,33). Das macht zwar vieles schwieriger und komplizierter, aber dafür umso lebensnäher und – wie das Leben oft nun mal so ist – spannender. Das Abenteuer hat begonnen …
TRADITIONALISTEN
Wie viele Traditionalisten braucht man, um eine Glühbirne auszutauschen?
Richtige Antwort:
Traditionalisten tauschen keine Glühbirnen aus, weil sie glauben, dass sie nie eine finden werden, die so gut ist wie die alte.

KEINE GEBURTSSTUNDE

Manchmal hat man sich an „alte Wahrheiten“ schon so sehr gewöhnt, dass man gar nicht mehr merkt, wie falsch sie eigentlich sind: So bezeichnet man beispielsweise den Pfingsttag, an dem die Jünger Jesu den Heiligen Geist empfingen, unter Christen gerne als „Geburtsstunde der Kirche“. Dabei muss man sich aber doch einmal klarmachen, dass am Pfingsttag keine neue Religionsgemeinschaft und schon gar keine christliche Kirche gegründet wurde. Denn am ursprünglichen Pfingsttag da waren in Jerusalem als Jünger Jesu allesamt nur Juden versammelt, die dort erlebten, dass sie auf ganz neue Weise vom Geist Gottes erfüllt und belebt wurden. Und durch das Geschenk dieser Erfahrung begründete Gott keine Kirche, sondern erfüllte schlicht und einfach nur eine alte Verheißung: „Ich werde ihnen mein Gesetz nicht auf Steintafeln, sondern in Herz und Gewissen schreiben.“ (Jeremia 31,33b)
Geboren wurde die neue christliche Religion dann weniger durch das Pfingstereignis, sondern – wie bei jeder Geburt – dadurch, dass die „Mutter“ das „Kind“ mit der Zeit nicht mehr in sich (er)tragen wollte, sondern aus sich heraus in die Selbstständigkeit entließ und ihm einen eigenen Namen gab; so auch bei den Juden, die dann als erstes „Christen“ genannt wurden (Apostelgeschichte 11,26).

BEGINN DES LEBENS
Ein katholischer Priester, ein evangelischer Pfarrer und ein jüdischer Rabbiner unterhalten sich über die Frage, wann genau das Leben beginnt.
„Das Kirchenrecht ist da ganz klar: das Leben beginnt selbstverständlich mit der Zeugung“, erklärt der katholische Priester apodiktisch.
„Na ja“, meint der evangelische Pfarrer, „wir sind da etwas toleranter; wir meinen, dass das Leben erst mit der Geburt beginnt.“
Der Rabbiner: „Nun, nach meinen persönlichen Erfahrungen und nach allem, was ich so aus der Gemeinde weiß, beginnt das Leben erst dann, wenn die Kinder aus dem Haus sind und den Hund mitgenommen haben.“

NEUE SCHRITTE WAGEN

Dass man im Leben einen Weg geht oder eine Methode wählt, die sich mit der Zeit als nicht mehr gut genug oder – weil veraltet – nicht mehr als hilfreich erweist, das scheint eine Erfahrung zu sein, die wir immer wieder machen (müssen). Es geht einfach immer nur Schritt für Schritt voran, und manchmal da muss man auch mal ganz NEUE SCHRITTE wagen. Das ist übrigens eine Erfahrung, die nicht nur wir Menschen machen (müssen), sondern die auch Gott immer wieder machen musste. So ging es ihm nämlich auch schon mit seinem Volk Israel: „Der neue Bund, den ich dann mit dem Volk Israel schließen will, wird völlig anders sein …“ (Jeremia 31,33a).

Mit dem Prinzip „Schritt für Schritt“, Altes zurückzulassen und sich auf Neues einzulassen, damit kennt sich also Gott bestens aus und kann uns daher auch sehr gut und verständnisvoll begleiten, wenn es uns gerade schwerfällt, neue Schritte zu wagen oder REFORMEN anzugehen.

REFORMEN
Drei Pfarrer prahlen mit ihrer Fortschrittlichkeit bei der Erprobung kirchlicher Reformen.
Der erste: „Stellt euch vor: In unserer Kirche gibt es seit kurzem an jedem Sitzplatz einen Getränkehalter!“
Darauf der zweite: „Nicht schlecht, aber in unserer Kirche gibt es an jedem Sonntag sogar kostenlos für jeden eine Tüte Chips!“
Und der dritte: „Das ist doch alles gar nichts. Bei uns hängt an den Hohen Feiertagen über dem Eingang der Kirche ein Schild mit der Aufschrift: ‚Während der Feiertage geschlossen‘.“
Anm. d. Red.: Dieser Witz stammt noch aus „Vor-Corona-Zeiten“ …

TRIAL and ERROR

Versuch und Irrtum, das Prinzip kennt jeder von uns, wenn man sich auf etwas Neues einlässt oder etwas ausprobiert, von dem man noch nicht genau weiß, ob es funktionieren wird. Anders geht es einfach nicht, als dass man erst einmal probiert und dann auswertet und dann nachsteuert und dann wieder ausprobiert und dann wieder das Ganze von vorn …

Dieses Prinzip gilt offenbar nicht nur fürs eigene Privat- oder Berufsleben, sondern auch für ganze Volksgemeinschaften, wenn sie sich beispielsweise gemeinsam mit einer Krise bisher nicht gekannten Ausmaßes konfrontiert sehen. Dann heißt es: neue Lösungen probieren, von denen vorher keiner so hundertprozentig wissen kann, ob sie genau den Erfolg haben werden, den man sich erhofft; oder ob man aufgrund der Erfahrungen, die man dann sammelt, noch einmal wird nachsteuern oder sogar etwas gänzlich NEUES wird ausprobieren müssen.
Bei all dem brauchen wir uns nicht wundern, wenn nicht immer gleich die erste gewählte Herangehensweise unabänderlich wird bestehen bleiben können. Auch Gott scheint das manchmal so gegangen zu sein: „Gebt Acht!“, sagt der HERR. „Die Zeit kommt, da werde ich mit dem Volk von Israel und dem Volk von Juda einen neuen Bund schließen. Er wird nicht dem Bund gleichen, den ich mit ihren Vorfahren geschlossen habe.“ (Jeremia 31,31f.)
RECHNEN LERNEN ohne Hilfe
Die Lehrerin fragt: „Thomas, zum ersten Mal seit vier Wochen hast du deine Rechenaufgaben richtig gelöst. Wie kommt denn das?“
„Mein Papa hatte einfach keine Zeit, mir zu helfen!“

FEHLTRITTE VERGEBEN

Als ich einmal einem Kind eine unangenehme Entscheidung mitteilen musste, da erntete ich eine äußerst schroffe Reaktion. Das Kind trat mir auf den Fuß und sagte noch dazu: „Du bist so blöd, Mann!“ Einen Moment lang überlegte ich, wie das wohl wäre: Wenn ich jetzt ganz schnell zurücktrete … Dazu noch ein Satz wie: „Du bist selbst so blöd, Kind!“

Habe ich natürlich nicht gemacht. Ist ja klar: Bei unseren Kindern fällt es mir verhältnismäßig leicht, Fehltritte zu vergeben und sogar hinterherzugehen und wieder für den Frieden zu sorgen. Warum nur fällt mir das oft so schwer, auch anderen Menschen ebenso zu begegnen, wenn sie sich mir gegenüber einen Fehltritt geleistet haben? Vielleicht gelingt das umso leichter, je mehr ich mich durch’s Beten bei Gott geborgen weiß und dann selbst weniger unter SPANNUNG stehe.
ELEKTRIZITÄT
Im Physikunterricht: „Wer kann mir Elektrizität definieren?“ Judith meldet sich: „Elektrizität ist, wenn man morgens schon unter SPANNUNG aufsteht, mit Widerstand in die Schule geht, in allen Stunden gegen den Strom schwimmt, geladen nach Hause kommt und dann noch eine gewischt kriegt.“

IN ZEITLUPE SPRECHEN

Während einer Ausbildungsphase habe ich längere Zeit bei jemandem Vorträge hören müssen, der so langsam redete, als spreche er in ZEITLUPE. Wir, die wir zuhören mussten, konnten dann, um die Zeit noch einigermaßen erträglich zu gestalten, mit einem inneren Ratespiel beginnen: Wenn der Vortragende einen neuen Satz begann, versuchte man in den Redepausen zwischen den Wörtern innerlich zu erraten, wie der Satz weiter und zu Ende gehen würde. Und entweder gewann oder verlor man dieses Spiel gegen sich selbst …

Wenn Gott nun so schlau ist, wie manche von ihm sagen, ob er dieses Spiel dann wohl noch besser beherrscht, so dass er unsere Sätze sogar vervollständigen kann, noch bevor wir überhaupt das erste Wort gesprochen haben?

Jesus: „Euer Vater weiß, was ihr braucht, bevor ihr ihn bittet.“ (Matthäus 6,8)

RAUCHEN BEIM BETEN
Zwei Theologiestudenten diskutieren darüber, ob es erlaubt ist, beim Beten zu rauchen. Da sie sich nicht einigen können, fragen sie den Professor: „Professor, ist es eigentlich erlaubt, beim Beten zu rauchen?“
„Natürlich nicht!“ antwortet der Professor streng.
Als der Professor kurz das Zimmer verlässt, sagt der andere Student zu seinem Kommilitonen: „Du hast völlig falsch gefragt! Ich werde den Professor selbst fragen.“
Nachdem der Professor wieder zurückgekommen ist, fragt der andere Student: „Herr Professor, darf man eigentlich beim Rauchen beten?“
„Aber ja!“ antwortet der Professor lächelnd: „Beten darf man doch immer!“

EIGENES ZIMMER

Jahrelang, eigentlich meine ganze Grundschulzeit hindurch, habe ich mit meiner kleinen Schwester ein Zimmer geteilt. Wie froh war ich, als ich mit zehn Jahren dann endlich ein eigenes Zimmer beziehen konnte, auch wenn dieses im Keller lag. Denn dort konnte ich nun ganz allein für mich meine Ruhe haben. Ich war glücklich.
Wie viele Menschen aber gibt es, die dauerhaft als Familie nur einen einzigen Raum zur Verfügung haben? Zur Zeit Jesu war das ganz selbstverständlich. Da wohnte man als Familie mit den Haustieren in „Einraumhäusern“ zusammen, wie der Name schon sagt … Die einzige Chance, da etwas Abstand von den anderen zu gewinnen, während man sich weiterhin in einem Raum befand: Augen und Ohren nach außen „abschließen“ und dann einzig und allein auf das innere Gespräch achten oder die innere Stille genießen. Aber sowas will erst einmal gelernt sein!

LAUT oder LEISE beten?
Der arme Itzik sitzt in der Synagoge und jammert laut betend, weil er kein Geld hat. Sein Nachbar, ein reiches Gemeindeglied, gibt ihm 10 Rubel und sagt: „Aber sei jetzt auch sofort still und lenk IHN mir bitte nicht noch mehr ab!“

Jesus: „Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist.“ (Matthäus 6,6)

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