MonatApril 2020

KRITIK GEFÄLLIG?

Mir geht es als Pfarrer in meinen beiden Gemeinden sehr gut. Die Leute sind sind nett und ausgesprochen sympathisch. Das ist uns schon gleich zu Beginn aufgefallen, wie freundlich und offen wir aufgenommen wurden. Und immer wieder ist es schön zu sehen, wie konstruktiv sich das Miteinander und die Zusammenarbeit gestaltet.
Hin und wieder wundert es mich sogar, wie zurückhaltend und vorsichtig Kritik geäußert wird. Vielleicht, weil man dem anderen – auch dem Pfarrer – nicht zu nahe treten will? Manchmal muss man in Sitzungen regelrecht dazu ermuntern, auch einmal Negatives zu benennen, weil wir ja auch dadurch für die Zukunft lernen. Warum diese Zurückhaltung und Vorsicht bei Kritik?
Vielleicht weil viele schon häufiger die Erfahrung gemacht haben, dass es nicht nur Pfarrern und Pastoren („Hirten“) schwer fällt, Kritik überhaupt an sich heranzulassen oder konstruktiv mit ihr umzugehen … Ob selbst Gott gerade deshalb mitunter ziemlich deutlich werden muss, weil er sich mit seiner Kritik bei führenden Persönlichkeiten sonst kaum Gehör zu schaffen vermag? Ein Beispiel:
So spricht der HERR, der mächtige Gott: „Weh euch! Ihr seid die Hirten meines Volkes; aber anstatt für die Herde zu sorgen, habt ihr nur an euch selbst gedacht. Die Milch der Schafe habt ihr getrunken, aus ihrer Wolle habt ihr euch Kleider gemacht und die besten Tiere habt ihr geschlachtet. Aber für einen guten Weideplatz habt ihr nicht gesorgt.“ (Hesekiel 34,1-2)
Warum so hart?
Vielleicht weil es gerade Pfarrern, Pastoren und anderen „Hirten“ besonders schwer fällt, vorsichtig geäußerte Kritik bei sich ankommen zu lassen?

WIE OFT RASIEREN?
Mit dem neuen Pastor ist die Gemeinde sehr zufrieden. Nur eine Kleinigkeit erregt Missfallen. Der Herr Pfarrer ist meist schlecht rasiert. Schließlich fasst sich Frau Ziese, die eifrige Helferin, ein Herz: „Sagen Sie mal, Herr Pfarrer, wie oft muss man sich eigentlich rasieren?“ Verblüfft schaut der Pfarrer die Dame prüfend an und antwortet dann: „Na, bei Ihrem spärlichen Bartwuchs, Frau Ziese, genügt es alle vier Tage.“

„BLA, BLA, BLUBB: MACHT EUCH KEINE SORGEN!“ (GOTT)

Alternative Video-Predigt in sorgenvollen Zeiten …
Was bei Jesus auf den ersten Blick nach einer Kindergeschichte aussieht, ist bei seinen Gleichnissen auf den zweiten Blick immer eine weisheitliche Erzählung für Erwachsene. Das bemerkt man oftmals aber nicht schon beim ersten Hören, wenn man da noch an der oberflächlichen Handlung der Geschichte und den liebevollen Details hängt. Ermutigung und Ermunterung findet unsere Seele in solchen gleichnishaften Geschichten vor allem dann, wenn wir uns ihnen – vielleicht auch ein zweites Mal – zuwenden mit der spirituellen Frage: „Gott, was willst Du mir durch diese Geschichte ganz persönlich sagen?“
Die Antwort wird dann für jeden ganz unterschiedlich ausfallen. Durch die Geschichte, die Ipek und Olga am Donnerstag vordergründig für die Kinder aufgenommen haben, könnte Gott vielleicht auch zu uns Erwachsenen ganz tiefgründig und mit einem Augenzwinkern sagen: „Bla, bla, blubb: Macht euch keine Sorgen! Ich habe noch viel vor mit euch!“ (vgl. Die Bibel, Matthäus 6,25 ff.)

PROVISORIEN STATT PRIVILEGIEN

In Zeiten, in denen Normalität fehlt und auch Kirchen um das Ankommen bzw. Zurückkommen ins normale gottesdienstliche „Religionsgeschäft“ ringen, fällt es gar nicht so leicht, dem Reflex zu widerstehen, alte gewohnte Regelungen oder neue Privilegien möglichst früh für sich zu reklamieren und zu sichern. Dabei mag es vielleicht beruhigen oder gar aufmuntern, wenn man sich verdeutlicht, dass die Christenheit ihre erste Blütezeit erlebte, als sie keinerlei Privilegien genoss und stattdessen flächendeckend mit Provisorien arbeiten musste. Ja, der erste große und „erfolgreiche“ Kirchengründer betonte sogar nachdrücklich, dass in dem Prinzip, nicht auf die eigene Stärke zu bauen oder Vorzüge für sich zu reklamieren, letztlich sogar das „Wachstumsgeheimnis“ christlichen Glaubens liegt. Gott sagte dem Apostel Paulus nämlich: „Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit.“ (2.Korinther 12,9a)

Darum können bestimmt auch wir heute getrost und zuversichtlich sein, dass die Kirche auch dann keinen geistlichen Schaden nehmen wird, wenn man ihr zumutet, für eine gewisse Zeit mit Provisorien zu arbeiten und Schwachstellen in der Durchführung von Veranstaltungen zu ertragen. Denn, was der Apostel Paulus für sich persönlich erfahren durfte, das gilt wohl auch für das christliche Gemeindeleben insgesamt:
SO VIELE NIETEN
„Warum das Schiff der Kirche auch in den größten Stürmen nicht untergeht?“ – „Weil es von so vielen Nieten zusammengehalten wird!“

DEN LÖFFEL ABGEBEN?

Woher kommen eigentlich Frische und Kraft, wenn gerade nur Müdigkeit und Kraftlosigkeit zu spüren sind? Das scheint gerade in Zeiten von durchgehendem Krisenmodus oder andauernder Herausforderung eine ganz wesentliche Frage; wenn man nicht irgendwann den Löffel abgeben will, weil einfach keine Kraft mehr da ist …
Dabei scheint die Antwort in der Theorie so einfach wie alt, in der Praxis aber oftmals so schwer und immer wieder neu zu erringen: Gönn Dir mal einen Sabbat, eine Ruhepause, eine extra Portion Schlaf und Ausruhen! Ein Wochenende, einen freien Tag, ein paar freie Stunden, wo Du nicht wieder vollbeschäftigt bist mit der Erledigung aller bisher unerledigter Aufgaben. Lass Deine Seele mal baumeln! Durch ihre eigene, innere Weisheit weiß sie dann selbst schon am allerbesten, wie sie wieder zu Kräften kommt. Und ja, klar: Manchmal, da braucht es natürlich mehr als nur eine Portion Schlaf:
KRAFT TANKEN
Der Arzt zum Patienten: „Wie viele Stunden schlafen Sie denn täglich?“ – „Höchstens drei bis vier Stunden, Herr Doktor.“ – „Das ist aber wenig.“ – „Mir genügt es, in der Nacht schlafe ich nochmal fast zehn.“

Alle, die auf den HERRN vertrauen, bekommen immer wieder neue Kraft … Sie laufen und brechen nicht zusammen. (Jesaja 40,31)

FLÜGEL müsste man haben!

Wenn ich doch Flügel hätte, dann würde ich mich einfach aufschwingen und Abstand gewinnen können; abheben aus dem finsteren Tal oder tiefen Loch, in dem ich mich gerade befinde; die Sonne wieder sehen, die größere Perspektive gewinnen.
Könnte ich durch Gottvertrauen so eine weite Perspektive bekommen? … den Blick dafür, dass der Weg nach dem finsteren Tal auch wieder heller wird?!
Aus der neuen Perspektive des Gottvertrauens und des Glaubens würden aber auch manche meiner momentanen Einschätzungen und Bewertungen korrigiert werden müssen: Warum nenne ich denn eigentlich manches „hell“ und anderes „dunkel“? … warum das eine „richtig“ und das andere „falsch“?
FEHLER in der WELTFORMEL
Als Albert Einstein in den Himmel kam, teilte man ihm mit, dass er einen Wunsch frei hätte.
Nach kurzer Überlegung wünschte er sich, die „Weltformel“ zu erfahren. Gott war einverstanden und begann, eine lange Formel aufzuschreiben. Einstein las jede Zahl aufmerksam mit. Dabei wurde er immer nervöser.
„Aber die ist ja voller Fehler!“ platzte es plötzlich aus ihm heraus.
„Ich weiß“, antwortete Gott lächelnd.

Alle, die auf den HERRN vertrauen, bekommen immer wieder neue Kraft, es wachsen ihnen Flügel wie dem Adler. (Jesaja 40,31a)

FITNESS-POWER weg – und nun?

Das Schwimmbad hat jetzt längere Zeit geschlossen. Aber man soll doch was für die Fitness und den Kreislauf tun. Schließlich soll das ja auch helfen, falls der Virus einen selbst erwischt, wenn man dann einen krisenfesten Kreislauf und ein belastungsfähiges Herz hat.
Also: Fahrrad entstaubt und seit langem mal wieder eine Tour gedreht. Fühlt sich erstmal etwas komisch an: Schon nach nur einer Stunde und leichtem Gegenwind lassen die Kräfte spürbar nach. Dabei erinnere ich mich an Zeiten, da habe ich mit Freunden Fahrradurlaube gemacht. So mit Zelt und Schlafsack hintendrauf, mehrere Tage hintereinander 100, 150, 200 Kilometer am Tag … Aber bis ich das wieder hinbekäme, bedürfte es noch ein ganzes Stück Training. Aber wie genial das ist, wenn die Muskeln erstmal wieder da sind!
INSPIRATION
Längere Zeit nicht mehr gebetet oder meditiert … Der Neuanfang fühlt sich erstmal auch komisch an. Aber wie viel Power und Inspiration die Seele dadurch bekommt! Immer wieder, wenn der spirituelle Kanal geöffnet wird und die Kraft Gottes da durchfließen kann …
Ein jüdischer Student erzählt von seinem Rabbi: „Unser Rabbi sah einmal 100 Dollar auf der Straße liegen. Da es gerade Sabbat war, durfte er das Geld nicht anrühren. Und was soll ich euch sagen: Der Rabbi hob seine Hände zum Gebet – und da geschah das Wunder: Überall war Sabbat, nur da, wo das Geld lag, da war noch Donnerstag!“

Gott gibt den Müden Kraft und die Schwachen macht er stark. (Jesaja 40,29)

HAST DU NICHT GEHÖRT?

„Hast du nicht gehört?“ – Nee, hab ich jetzt echt nicht. Ich bin wohl schwerhörig … Also, ich meine: Mit meinen Ohren ist schon alles okay – so akustisch „ohrologisch“, meine ich. Es ist auch nicht so, dass ich heute früh vergessen hätte, die Ohropax rauszunehmen und deshalb manches einfach nicht mitbekomme.
Aber oft geht es mir so: Da erzählt mir jemand etwas, aber ich höre und verstehe es einfach nicht, weil ich mit meinen Gedanken ganz woanders bin, bei meinen Sorgen und Problemen. Und dann höre ich wohl, dass sie reden, bekomme aber gar nicht mit, was sie sagen … Dann drehe ich mich im Kreis um mich selbst. Und wenn ich mich dann in so einer Spirale wiederfinde, dann denke ich manchmal noch dazu: „Was macht Gott eigentlich? Wann lässt der mal wieder etwas von sich hören?“ Aber vielleicht liegt das Problem ja gar nicht bei Gott, dass der gerade nicht redet oder gar schlafen würde, sondern bei mir, dass ich gerade etwas schwerhörig bin?
WER HÖRT DENN NOCH ZU?
Zwei Psychoanalytiker unterhalten sich:
„Ist es nicht schrecklich, sich andauernd diesen Unsinn der Patienten anhören zu müssen?“
„Ja, schon! – Aber wer von uns hört denn da überhaupt noch zu?!“

Habt ihr denn nicht gehört? Habt ihr nicht begriffen? Der HERR ist Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit …! Er wird nicht müde, seine Kraft lässt nicht nach. (Jesaja 40,28)

Ostermontag: KÜMMERT ER SICH UM MICH?

Das ist ja schön, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat. Das durfte man aber doch wohl auch erwarten, dass der Schöpfer der Welt sich wenigstens um seinen eigenen Sohn noch so weit kümmert, dass er ihn da nicht im Grab verrotten lässt. Dass das überhaupt so weit hat kommen können!
War Gott, der Schöpfer der ganzen Welt, etwa zu beschäftigt, dass er sich nicht einmal um seinen eigenen Sohn vorher hätte kümmern können? Wenn er schon Jesus so tief bis zum Tod am Kreuz hat sinken lassen, wie viel weniger wird er sich da um mich kümmern, wenn es mir einmal so richtig dreckig geht? … der ich ja nur einer von vielen Milliarden auf diesem Planeten bin? Das sind doch ganz berechtigte Fragen, oder?
Gott lässt es doch offenbar viel zu oft zu, dass uns, mir und Dir, Unrecht geschieht, dass nicht nur sein eigener Sohn, unschuldig angeklagt und verurteilt wird.
ANGEKLAGT
Der Richter zum Angeklagten:
„Angeklagter, Sie stehen hier vor Gericht, weil Sie eine undefinierbare Flüssigkeit als Wunderwasser zur Lebensverlängerung verkauft haben. Sind Sie in dieser Hinsicht schon vorbestraft?“
„Ja, insgesamt zweimal: einmal im Jahre 1554 und ein anderes Mal im Jahre 1798.“

Seht doch nur in die Höhe! Wer hat die Sterne da oben geschaffen? Er lässt sie alle aufmarschieren, das ganze unermessliche Heer. Jeden Stern ruft er einzeln mit Namen, und keiner bleibt fern, wenn er, der Mächtige und Gewaltige, ruft. Ihr Leute von Israel, ihr Nachkommen Jakobs, warum klagt ihr: »Der HERR kümmert sich nicht um uns; unser Gott lässt es zu, dass uns Unrecht geschieht«? (Jesaja 40,26f.)

GLAUBEN ERLEBEN mit Diana Prinz

Alternativ-Predigt zu Ostern 2020 von Diana Prinz, die seit über 10 Jahren mit MS lebt und etwas davon zu sagen weiß, wie man in solchen Krisen-Herausforderungen den Glauben erleben kann:

Im Predigttext Römer 5,3ff. überträgt der Apostel Paulus das, was an Ostern bei Jesus passiert ist, auf die persönliche Existenz der Gläubigen in genau fünf Schritten, denen auch die Videopredigt folgt: 1. Leiden (Kreuz / MS), 2. geduldig ertragen, 3. und sich darin bewähren (bzw. Gott erfahren), der 4. Hoffnung schenkt, so dass am Ende 5. der Glaube (Jesu / Paulus‘ / Dianas) an die Gegenwart und Liebe Gottes bestätigt und vertieft wird.

Paulus schreibt: „Wir wissen: Durch Leiden lernen wir Geduld, durch Geduld kommt es zur Bewährung, durch Bewährung festigt sich die Hoffnung. Unsere Hoffnung aber wird uns nicht enttäuschen. Denn dass Gott uns liebt, ist uns unumstößlich gewiss.“ (Röm. 5,3 ff.)

OSTERMORGEN

Früh war Maria von Magdala aufgestanden. Sie war einfach zu unruhig und hatte eh‘ die ganze Nacht nicht schlafen können – nach den Ereignissen der letzten Tage … Jesus war tot! Und obwohl es nicht einmal 6 Uhr war, machte sie sich auf zum Grab:
Maria stand noch draußen vor dem Grab und weinte. Dabei beugte sie sich vor und schaute hinein. Da sah sie zwei weiß gekleidete Engel. Sie saßen an der Stelle, wo Jesus gelegen hatte, einer am Kopfende und einer am Fußende. »Frau, warum weinst du?«, fragten die Engel. Maria antwortete: »Sie haben meinen Herrn fortgetragen und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben!« (Johannes 20,11 ff.)
Aber hatte Jesus nicht gesagt, er würde nach drei Tagen wieder auferstehen??? Aber das konnte ja nicht sein! Und dann kam es noch schlimmer. Schlimmer als in einem schlechten Film:
DER GÄRTNER WAR’S!
Als sie sich umdrehte, sah sie Jesus dastehen. Aber sie wusste nicht, dass es Jesus war. Er fragte sie: »Frau, warum weinst du? Wen suchst du?« Sie dachte, er sei der Gärtner, und sagte zu ihm: »Herr, wenn du ihn fortgenommen hast, dann sag mir, wo du ihn hingelegt hast. Ich will hingehen und ihn holen.«

»Maria!«, sagte Jesus zu ihr. Sie wandte sich ihm zu und sagte: »Rabbuni!« Das ist Hebräisch und heißt: Mein Lehrer! (Johannes 20,14 ff.)
Ob GOTT wohl HUMOR hat?

JESUS
JESUS lebt
JESUS lebt nicht
JESUS lebt nicht mehr
JESUS lebt nicht mehr und nicht weniger
JESUS lebt nicht mehr und nicht weniger, als du ihn in dir leben lässt.

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