(Alltäglicher HUMOR mit einer Prise ERNST des Lebens)
Eine der größten Herausforderungen in Krisenzeiten besteht offenbar darin, dass wir die gewohnten Wege, unser persönliches oder berufliches Leben zu gestalten, nicht mehr beschreiten können. Dann sind wir herausgefordert, neue Wege zu versuchen, um herauszufinden, was jetzt unter veränderten Bedingungen funktioniert und was nicht. Dieses Phänomen ist aber nicht nur aus Krisenzeiten bekannt: Für Forscher und Entwickler von Innovationen ist es praktisch ihre „ganz normale“ Arbeitsweise, durch Versuche immer wieder herauszufinden, was nicht funktioniert, um eines Tages das zu finden, was funktioniert. Thomas A. Edison sagte über seine experimentellen „Fehlversuche“ auf dem Weg, die Glühlampe zu erfinden: „Ich habe nicht versagt. Ich habe nur 10.000 Wege gefunden, die nicht funktionieren.“
Das eigentliche und oftmals viel größere Problem für die Experimentierfreudigen unter uns sind dabei gar nicht ihre vermeintlichen „Fehler“ und „Misserfolge“, sondern die kritischen Verurteilungen, die ihnen dafür von solchen Mitmenschen zuteil werden, die das Prinzip nicht verstehen: „Nur aus ‚Fehlern‘ lernt man. Wer keine Fehler macht …“. All diejenigen unter uns, die also bereit sind, auf ihren experimentellen Lernwegen jede Menge „Fehler“ zu machen, können bis dahin von Egon Friedell lernen, wie man mit vernichtender Kritik umgehen kann:
VERSOFFENER DILETTANT
In einer Kritik wurde Egon Friedell einmal als „versoffener Münchner Dilettant“ bezeichnet. Darauf antwortete er in einem offenen Brief: „Es stört mich nicht, als Dilettant bezeichnet zu werden, Dilettantismus und ehrliches Kunstbemühen schließen einander nicht aus. Auch leugne ich keineswegs, dass ich dem Alkoholgenuss zugetan bin, und wenn man mir daraus einen Strick drehen will, muss ich es hinnehmen. Aber das Wort „Münchner“, das wird noch ein gerichtliches Nachspiel haben!“