Es gibt ja PfarrerInnen, Pastoren („Hirten“) und anderes Leitungspersonal, die müssen überall ihre Finger drin haben, überall mitreden, es besser wissen. Wie deprimierend und erdrückend es ist, wenn Pfarrer und Vorgesetzte immer den Big Brother, immer den Klügsten spielen müssen. Da freut sich doch jeder Little Brother, wenn – vielleicht mit Gottes Hilfe? – solche Aufpasser und Im-Weg-Steher mal beseitigt werden.
Wie wohltuend es dagegen ist, Leitungspersonal zu erleben, das seinen Mitarbeitern Verantwortung abtritt, selbst ausprobieren und Erfahrungen machen lässt – angefangen schon in der Kinder- und Jugendarbeit; und wenn es dann kein Drama ist, wenn mal was schief geht. Was für ein Segen, wenn man an Leute gerät, die einem vermitteln, selbst schon groß zu sein.
DER WEISESTE SEIN
Die Gemeinde hat einen neuen Rabbiner bekommen. Der neue Rabbi ist bereits seit vielen Jahren wegen seiner Klugheit und Weisheit im ganzen Land bekannt und berühmt. Die Leute sagen sogar dass er ein Genie ist.
Zur Einführung des Rabbis gibt der Bürgermeister einen Empfang. Cohn ist auch eingeladen. Nach dem Empfang kommt Cohn sehr nachdenklich nach Hause. Seine Frau fragt ihn, wie es denn war.
„Nu, als ich mich mit dem Bürgermeister unterhielt, war ich absolut sicher dass unser Bürgermeister der klügste und weiseste Mensch der Welt ist. Als dann aber der neue Rabbiner mit mir sprach, hatte ich auf einmal das Gefühl, dass ich der klügste und weiseste Mensch der Welt bin.“

Gott spricht: „Die Hirten meiner Schafe bekommen es mit mir zu tun, ich fordere meine Herde von ihnen zurück! Ich setze sie ab; sie können nicht länger meine Hirten sein.“ (Hesekiel 34,10)