Kirchengemeinden könnte man ja mit Weingärten vergleichen. Und wenn man genauer hinschaut, dann entdeckt man zwei Prinzipien, nach denen in diesen Weingärten nicht selten „Früchte“ hervorgebracht werden:
1. Prinzip: „Das haben wir SCHON IMMER so gemacht!“
Das Problem mit diesem Prinzip ist nur (im Bild des Weinstocks gesprochen): Reben verlieren mitunter den Kontakt zum Weinstock, merken das aber vielleicht gar nicht, weil sie ja nach dem Prinzip SCHON IMMER auch weiterhin in gewohnten Formen und Formaten produzieren können … Aber alles, was dann zu ernten sein wird, sind allenfalls unreife oder ungenießbare Früchte, die niemals genussvollen Wein ergeben werden.
Dieses Phänomen hat offenbar mit einem zweiten Prinzip zu tun, das dann auftaucht, wenn der Weingärtner den Weinreben zumutet, sich auf etwas Neues einzulassen und er durch den Weinstock dazu auch den Saft geben würde. Aber dann kommt von den Weinreben nicht selten:
2. Prinzip: „Das haben wir NOCH NIE so gemacht!“
Gott mutet es Kirchen und Kirchengemeinden offenbar immer wieder zu, in veränderten Zeiten auf neue Weisen frische Früchte hervorzubringen. Und er gibt dann auch durch Jesus und seinen Heiligen Geist die Ideen und Kräfte dazu. Aber wenn Kirchen sich nicht auf solche „Zumutungen“ Gottes einlassen und stattdessen lieber nach den Prinzipien SCHON IMMER oder NOCH NIE handeln, dann wird alles, was sie produzieren, schlicht ungenießbar oder einfach kein Wein aus echten Trauben sein.
WEIN AUS TRAUBEN
Bermann, ein renommierter und erfolgreicher Weinhändler, liegt im Sterben. Seine Söhne stehen fassungslos an seinem Bett. Der Sterbende erteilt seinen Söhnen mühsam seine letzten Ratschläge. Und wie er schon ganz kraftlos ist, richtet er sich noch einmal auf und sagt mit gebrochener Stimme: „Und was ich euch noch verraten wollte: Wein kann man auch aus Trauben machen!“

Jesus spricht: „Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt.“ (Johannes 15,4)