Jahrelang, eigentlich meine ganze Grundschulzeit hindurch, habe ich mit meiner kleinen Schwester ein Zimmer geteilt. Wie froh war ich, als ich mit zehn Jahren dann endlich ein eigenes Zimmer beziehen konnte, auch wenn dieses im Keller lag. Denn dort konnte ich nun ganz allein für mich meine Ruhe haben. Ich war glücklich.
Wie viele Menschen aber gibt es, die dauerhaft als Familie nur einen einzigen Raum zur Verfügung haben? Zur Zeit Jesu war das ganz selbstverständlich. Da wohnte man als Familie mit den Haustieren in „Einraumhäusern“ zusammen, wie der Name schon sagt … Die einzige Chance, da etwas Abstand von den anderen zu gewinnen, während man sich weiterhin in einem Raum befand: Augen und Ohren nach außen „abschließen“ und dann einzig und allein auf das innere Gespräch achten oder die innere Stille genießen. Aber sowas will erst einmal gelernt sein!

LAUT oder LEISE beten?
Der arme Itzik sitzt in der Synagoge und jammert laut betend, weil er kein Geld hat. Sein Nachbar, ein reiches Gemeindeglied, gibt ihm 10 Rubel und sagt: „Aber sei jetzt auch sofort still und lenk IHN mir bitte nicht noch mehr ab!“

Jesus: „Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist.“ (Matthäus 6,6)