Immer wieder begegnet mir im Leben das Phänomen, dass ich gerne etwas Verlässliches, Dauerhaftes und Unveränderliches hätte, worauf ich bauen oder woran ich mich orientieren kann. Auch in der Religion: am besten in Stein gemeißelt, damit ich weiß, woran ich bin, damit die Dinge klar und deutlich, unzweifelhaft und zuverlässig sind.
Aber so ist das Leben nicht, ist selten klar und deutlich, noch seltener fest und unveränderlich, weil sich einfach alles ändert, Menschen geboren werden, sich weiterentwickeln, sterben … Da ist nichts Festes, das für immer bleiben, keine TRADITION, die für immer bestehen könnte. Und wie könnte uns Gott da hilfreich begegnen mit Weisungen, die dauerhaft und unveränderlich zwar, dadurch aber zugleich blut- und lebensleer in Stein gemeißelt sind?

Da war es schon eine gute Idee von Gott, noch einmal einen neuen Anfang zu wagen und uns Menschen mit seinen Weisungen nicht auf Stein- oder Gesetzestafeln, sondern durch unser Herz und unser Gewissen zu begegnen.
„Ich werde ihnen mein Gesetz nicht auf Steintafeln, sondern in Herz und Gewissen schreiben,“ sagt der HERR (Jeremia 31,33). Das macht zwar vieles schwieriger und komplizierter, aber dafür umso lebensnäher und – wie das Leben oft nun mal so ist – spannender. Das Abenteuer hat begonnen …
TRADITIONALISTEN
Wie viele Traditionalisten braucht man, um eine Glühbirne auszutauschen?
Richtige Antwort:
Traditionalisten tauschen keine Glühbirnen aus, weil sie glauben, dass sie nie eine finden werden, die so gut ist wie die alte.