Neben den vielen kleinen Momenten des Glücks in unserem Alltag wie der genussvollen Tasse Kaffee am Morgen oder dem aufmunternden Wort zwischendurch gibt es zum Glück auch immer wieder mal ganz große Glücksmomente: der besondere Erfolg bei der Abschlussprüfung, die Begegnung mit der Frau oder dem Mann des Lebens, die einmalige Chance auf eine vielversprechende Lebensveränderung …
Auch wenn die kleinen Glücksmomente nicht so großartig daherkommen, haben sie doch das Großartige an sich, dass sie immer wieder und auch dauerhaft – quasi als beständige Glücksbegleiter – mein Leben aufhellen können. Und wenn ich solche “Glücksbringer” wie die wohltuende Zeit der Meditation oder eine Sportsession dann noch in meinen Alltag einplane, dann bleibt solches Lebensglück auch noch nicht einmal allein dem Zufall überlassen.
Bei den großen Glücksmomenten ist das offenbar etwas anders: Bereits während ich so einen großen Glücksmoment erlebe, ist mir klar, dass das vermutlich ein einmaliges Ereignis ist, eine unglaubliche Erfahrung, die in der Form so nie wiederkehren wird.
Dass solche besonderen Glücksmomente einmalig bleiben, liegt vermutlich nicht nur daran, dass sie besonders intensiv sind, sondern auch an einer eigentümlichen Struktur dieser Momente. In solchen besonderen Glücksmomenten leuchtet etwas in meinem Leben auf, das über mein momentanes Leben hinausweist. Mir wird deutlich, wie viel mehr in meinem Leben möglich und erfahrbar wäre, wenn …
Ja, wenn was?
Wenn, ja, wenn ich bereit wäre, diesen Hinweisen des Glücks zu folgen, und wenn ich bereit wäre, mich zu verändern, um noch weitere, dann aber andere Glückserfahrungen auf meinem Lebensweg zu sammeln.
Dann verstehe ich nämlich auch, dass sich die großen Glückserfahrungen nicht einfach wiederholen können, weil ich mich mit ihnen weiterentwickle, so wie sich das Glück des erfolgreichen Schulabschlusses eben nur einmal erleben lässt, weil mein Weg dann weitergeht. Die nächsten großen Glücksmomente werden dann ganz andere sein.
So hat es wohl auch Petrus erlebt: Noch während er durch die Begegnung mit Jesus das Glück seines vermutlich größten Fischfangs erlebt, wird ihm zugleich deutlich, dass er dieses Glück nicht noch einmal erleben wird, weil er danach nie wieder derselbe Fischer sein wird, der er bis dahin war. Petrus wird sich weiterentwickeln . Und so wird sich auch der Charakter der Glückserfahrungen weiterentwickeln, die ihm in Zukunft geschenkt werden (Lukas 5,10).
Nur wer sich als Mensch nicht weiterentwickeln will, der hält auch an den alten Formen des Glücks fest und erwartet die immer gleichen Glückserfahrungen; meint vielleicht sogar, er sei vom GLÜCK ABGESCHNITTEN, nur weil es ihm nicht wieder in exakt derselben Form begegnet wie zuvor.

GLÜCK ABGESCHNITTEN
Goldberg und Rubinstein, zwei alte Freunde, treffen sich zufällig auf der Straße:
“Ich bin im Augenblick wirklich sehr deprimiert. Stell dir vor: Vor zwei Wochen habe ich 1 Million Dollar geerbt, und vor einer Woche habe ich sogar 2 Millionen Dollar in der Lotterie gewonnen – aber seit dieser Woche ist mein Glück einfach wie ABGESCHNITTEN!”