Die Welt ist voller Idole. Für jeden Lebensbereich gibt es die ganz Großen, die man für ihre Höchstleistungen bewundert und verehrt: im Fußball die Weltmeister, in der Politik die Friedensnobelpreisträger, in der Wissenschaft die Pioniere.
Dabei kennt man von solchen Idolen ja oft nur Ausschnitte ihres Lebens und Wirkens, die Seiten, die beeindruckend wirken und glänzen. Da denkt es sich dann leicht: “So würde ich auch gerne sein! So würde ich auch gerne Bücher schreiben!”

Aber wenn man genauer hinschaut, dann erkennt man: So ein Spitzenleistungslebensstil der hat auch seinen Preis: hartes Training, eine auf Hochleistung disziplinierte Lebensführung, fokussierter und wohlüberlegter Umgang mit der eigenen Zeit und Lebensenergie. Und wenn ich mir das dann genauer überlege, dann merke ich: So würde ich vielleicht dann doch nicht leben wollen. Dafür müsste ich ganz viel aufgeben, woran ich jetzt noch hänge.
Aber. Jetzt stell Dir mal vor, Du würdest einer dieser Lichtgestalten auf dem Feld Deiner Begeisterung persönlich begegnen und diese Person würde Dich einladen, mit ihr als Coach zu leben und von ihr zu lernen. Würdest Du das Angebot annehmen, auch wenn es von Dir verlangen würde, Dein bisheriges Leben dafür aufzugeben?
Als Petrus eines Morgens Jesus begegnete, da machte Jesus ihm dieses Angebot: “Komm mit! Du kannst ganz nahe bei mir leben und von mir lernen.”
Doch warum sollte sich Petrus darauf einlassen? Er war Ehemann, kein Single; Fischer, kein Prophet.
Es ist eines, ein Idol aus der Ferne zu bewundern und zu verehren. Es ist etwas ganz anderes, sich ganz nah auf so eine Person einzulassen und von ihr zu lernen.
Jesus fragt auch mich in der Stille immer wieder, ob ich ganz nah mit ihm leben und von ihm lernen will.
WOHLTÄTIGKEIT
Ein wegen seiner Bescheidenheit berühmter Rabbi verteilte zwar regelmäßig großzügige Wohltätigkeiten an die Armen der Gemeinde, besaß aber selber so wenig Geld, dass er sich noch nicht einmal Bücher kaufen konnte. Da er gerne und viel las, musste er sich die Bücher immer ausleihen.
Eines Tages fragt ihn einer seiner Söhne:
“Vater, du verteilst doch jede Woche viel Geld für wohltätige Zwecke. Warum behältst du nicht zumindest so viel für dich, dass du dir wenigstens deine Bücher kaufen kannst?”
“Das kann ich dir leicht erklären: Bücher kann man sich ausleihen, Wohltätigkeit aber nicht.”