… das ist der Stoff, aus dem (nicht nur) das monumentale Fantasywerk “A Game of Thrones” gemacht ist. Da sind Könige und Prinzessinnen, Lords und Ritter, Diener, Bauern, Diebe, Bastarde und Kinder. Alle haben ihren Platz in der Gesellschaft und mit ihrem Platz auch ihre Stellung. Und “Wehe!”, wenn jemand nicht gemäß seiner Ehrenstellung angemessen behandelt und geehrt wird. Allein schon die falsche Anrede kann da zu einem Kapitalverbrechen werden, wenn man den König mit “My Lord” statt – wie es sich geziemt – mit “Your Grace” anspricht. Da folgt schonmal ganz schnell “Kopf ab!” oder jede beliebige Strafe, die sich die höhergestellte Person als Racheakt so ausdenkt.

Das Blöde ist nur: Wer “A Game of Thrones” als Buch liest oder als Film anschaut und dann in die reale Welt zurückkehrt, der merkt leider nur zu deutlich, dass sich George R. R. Martin solchen Stoff nicht nur für seine Geschichte ausgedacht hat, sondern das reale Leben leider nur zu oft genauso kleinlich und unbarmherzig funktioniert – von Eltern über Lehrer, von Landräten bis zu Präsidenten.
Ist denn das Motto “Ehre, wem Ehre gebührt!” oder “Keine Kritik am Vorgesetzten!” die einzige Währung, in der menschliche Größe gehandelt wird?
Zum Glück gibt es immer wieder auch solche, die zwar ihre Verantwortung und ihre Aufgaben, nicht aber sich selbst und ihre Ehre immer so wichtig nehmen; solche, die den langfristigen Frieden und das Wohlergehen aller höher werten, als dass sie selbst immer gut dastehen.
Mich selbst nicht so wichtig zu nehmen, auch mal fünf gerade sein zu lassen, das fällt nicht leicht, gelingt aber umso leichter, je mehr ich damit rechne, dass nicht ich allein für alles im Leben verantwortlich bin, sondern “die Götter” (A Game of Thrones) oder “der dreieine Gott” (die Bibel) darin auch unsichtbar am Werke sind und Manches zum Guten wenden, was jetzt noch nicht so gut aussieht. Da lohnt es sich, auch mal – vertrauend auf das Wirken Gottes – abzuwarten und nicht immer gleich selbst zurückzugeben und damit dem verborgenen Wirken reinzugrätschen.
Aber das war noch nie leicht, lohnt sich aber einzuüben, worauf Jesus bereits hinwies: “Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander annehmt, und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, sucht ihr nicht?” (Johannes 5,44)

ANGEMESSENES VERHALTEN
“Ich bin so unglücklich in meinen Beziehungen!”, klagt der Patient beim Therapeuten. “Irgendwie können mich die Leute nicht als zugewandt und freundlich anerkennen. Vielleicht ist es Einbildung. Aber überall spüre ich feindselige Blicke und abfällige Worte von allen Seiten. Irgendwie handeln meine Mitmenschen immer negativ gegen mich.”
“Sie haben also ein Gefühl der Isolierung?”, fragt der Therapeut freundlich zurück.
“Na, das habe ich doch gerade erklärt, du Trottel.”