Dass Gott mich kennt und mir nahe ist. Schön und gut. Aber das scheint oftmals ja nur ein netter Spruch, eine fromme Theorie, wertlos für’s praktische Leben, wenn das nicht im Alltag erfahrbar wird.
Der moderne Mystiker Frank Laubach erfand nicht nur ein Alphabetisierungsprogramm, mit dessen Hilfe Millionen von Menschen Lesen und Schreiben lernten, sondern er entwickelte auch Ideen, um Gottes Nähe ganz praktisch im Alltag zu erfahren.
Aus der Fülle seiner Ideen und Methoden, das Leben in Gottes Nähe einzuüben, seien hier exemplarisch fünf genannt, mit denen man anfangen kann:
1. Sich Gott bzw. Jesus konkret vorstellen und visualisieren: zum Beispiel in einem Klassenraum oder an einem Sitzungstisch auf einem leeren Stuhl.
2. Jede Mahlzeit, nicht nur das Abendmahl, als ein Mahl der Gegenwart und Hingabe Jesu feiern (eine Idee der Quäker).
3. Menschen still segnen, denen man im Alltag begegnet.
4. Beim Lesen oder Nachdenken ein inneres Gespräch mit Gott beginnen; und dann die Antwort hören – vielleicht auch aufschreiben.
5. Wenn man Gottes Gegenwart vergessen hat, immer wieder neu von vorne anfangen und selbst neue Experimentiermöglichkeiten suchen.
Ausführlicher dargestellt hat Laubach seine Ideen in Briefen an seinen Vater (nachzulesen in dem Buch: Frank Laubach, In jeder Minute bist du da). Etwas ausführlicher erläutert werden die fünf oben genannten Ideen im folgenden, zweiten TheoLogo-Tutorial zu Frank Laubach:

Mit solchen und anderen Methoden macht Laubach erfahrbar, was auch Jeremia viel, viel früher auch erlebt haben muss: dass Gott in den ganz konkreten Tätigkeiten des Lebens da und erfahrbar ist, wie Gott zu Jeremia sagte: “Hab keine Angst vor Menschen, denn ich bin bei dir und schütze dich. … Reiße aus und zerstöre, vernichte und verheere, baue auf und pflanze an!” (Jeremia 1,8ff.)

GOTT IM ALLTAG
Am See Genezareth wollen Touristen mit dem Boot übergesetzt werden. Der Fährmann verlangt dafür pro Person zehn Dollar.
“Ziemlich teuer”, meint einer der Touristen.
“Aber bedenken Sie, über diesen See ist unser Herr mit Gottes Hilfe zu Fuß gewandelt!”
“Kein Wunder, bei den Preisen!”