Ich hätt so gern ne weiße Weste.
Denn wenn ich eine weiße Weste hätt, dann könnt ich immer sagen: „Ich war’s nicht.“
Wenn etwas kaputt geht, und ich ne weiße Weste hätt, dann bin ich nicht Schuld.
Dann wäre ich fein raus mit meiner feinen weißen Weste, stünde immer gut da – viel besser als die anderen.
Wenn es Konflikte gibt, Ärger oder Streit und ich ne weiße Weste hätt …
Ich kann ihn so gut verstehen; den mit der weißen Weste, der da steht und sagt:
„Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner.“ (Lukas 18,11)
So stehe ich auch gern da, mit meiner weißen Weste.
Aber dann merke ich:
Ich habe keine weiße Weste.
Allenfalls ein weißes Hemd.

GRABINSCHRIFT
Grün besucht zum ersten Mal das Grab seines verstorbenen Freundes Blau.
Auf dem Grabstein liest er:
“Hier ruht Itzik Blau, ein guter Mensch und ein ehrlicher Kaufmann.”
Grün denkt:
“Armer Itzik! Mit zwei wildfremden Leut´ haben sie dich ins Grab gelegt.”