Unwohlsein und Bauchweh. Wer kennt das nicht? Die Kinder, die in die Kita oder die neue Schule kommen, aber auch wir Erwachsenen, wenn uns ein schwerer Schritt bevorsteht oder wir eine schwere Phase durchmachen. Auch die Corona-Lage führt offenbar zu Dauer-Unwohlsein, weil man ständig überlegt, wie man sich richtig verhalten soll, was man alles falsch macht und was alles schief gehen kann. Und vor allem als Veranstalter oder Organisator muss man dann Entscheidungen treffen, von denen man nur hoffen kann, dass es die richtigen sind, die sich aber genauso gut auch als falsch erweisen könnten.
In biblischen Zeiten verursachte in Israel vor allem die römische Besatzung viel Leid und Unwohlsein bei der Bevölkerung. Manche entschieden sich zum offenen Widerstand, andere fanden sich mit der Bedrohungslage ab, und wieder andere entschieden sich, mit der Besatzungsmacht zum Beispiel als Zolleinnehmer zusammenzuarbeiten. Gerade den Letztgenannten wurde ihre Entscheidung von vielen krumm genommen und sie wurden als Zöllner abgestempelt und verachtet.
Aber wer kann schon in einen Menschen hineinschauen und beurteilen, warum der andere so handelt? Vielleicht wurde jemand Zolleinnehmer für die Römer, weil er als Familienvater sonst kein Einkommen gehabt hätte. Und heute: Die einen entscheiden sich, unter Corona-Bedingungen zu arbeiten und wieder am öffentlichen Leben teilzunehmen, andere bleiben lieber vorsichtig und zurückhaltend.
Ob wir unter der Belastungen einer Corona-Pandemie leiden oder anderen Widerwärtigkeiten wie jener Zöllner: in allen unseren unvollkommenen Entscheidungen und fehlerbehafteten Versuchen, das Leben zu meistern, können wir uns auf Gottes Verständnis verlassen und mit den Worten jenes Zöllners aus Jesu Gleichnis um Gottes Beistand bitten: “Gott, hab Erbarmen mit mir, ich bin ein sündiger Mensch!” (Lukas 18,13)
Und wenn dann nicht nur Gott uns, sondern wir unvollkommenen Menschen auch noch einander mit Barmherzigkeit begegnen, umso besser.

UNWOHLSEIN im Gottesdienst
Während des Gottesdienstes in der Synagoge.
Mandelbaum wird plötzlich ganz weiß im Gesicht.
Der Rabbi fragt besorgt:
“Mandelbaum, was ist los mit dir?”
“Oh weh! Mir ist gerade eingefallen, dass ich vergessen habe, die Haustür und die Kasse abzuschließen!”
Darauf wirft der Rabbi einen kurzen Blick über seine Gemeinde und sagt beruhigend:
“Mach dir keine Sorgen, sie sind alle hier.”