Es gibt Leute, die gehen mir auf die Nerven; die machen mir das Leben schwer; die nerven und ich denke: “Muss die so sein? Muss die sich so verhalten?” Und dann steigere ich mich rein …

Wenn man erstmal einen Fehler beim anderen gefunden hat, dann findet man auch ganz schnell noch weitere. Und dann hört man auch noch über andere, was er sonst noch so verbrochen hat.
Der Pharisäer braucht nicht lange suchen, bis er beim Zöllner Fehler findet und dann noch weitere Fehler und von anderen auch noch anderes hört.
Und beim Fehlersuchen merke ich dann gar nicht, dass ich gar nicht mehr den anderen sehe, wie er ist, sondern nur noch meine Schablonen und Schubladen, in die ich ihn hineingepresst habe. Dann schaue ich ganz groß in meine Schublade; und darin ist er ganz klein.
Aber letztlich drehe ich mich mehr nur um mich selbst, um meine Einschätzungen und Beurteilungen. Und beim Verurteilen da geht es dann auch nicht mehr aufwärts, sondern nur noch abwärts wie in einem Strudel.

SICH SELBST UND ANDERE SEHEN
“Herr Doktor, helfen Sie mir! Meine Frau macht mich fertig. Die ist total übergeschnappt. Sie hält über dreißig Katzen in unserer Wohnung, und das Schlimmste, Herr Doktor, ist der Gestank, weil alle Fenster geschlossen sind!”
“Aber dann machen Sie doch die Fenster auf!”
“Ja, Sie sind gut – und was ist dann mit meinen vierundsiebzig Tauben?”