In dem modernen Märchen “Der Herr der Ringe” wird der kleine Hobbit Frodo Beutlin auserwählt, inmitten einer Gruppe von Gefährten den Ring der Macht zu tragen, den der böse Herrscher Sauron in seine Gewalt bringen will. Der Halbling Frodo soll den zwielichtigen Ring allerdings nicht tragen, um selbst durch diesen Vollmacht und Autorität zu erlangen und auszuüben, sondern um ihn mit seinen Gefährten bis zu den Vulkanfluten Saurons zu tragen und dort zu vernichten. Denn für manche unter den Gefährten war mittlerweile überdeutlich geworden, dass die unheilvolle Art der Macht, die der Ring verleiht, letztlich nicht nur zur Zerstörung jeder Gemeinschaft, sondern auch zur Selbstzerstörung jedes Ringträgers führt.
Wie wir als Menschen Vollmacht und Autorität haben und ausüben können, ist eine Frage, die J.R.R. Tolkien, überzeugter Christ und praktizierender Katholik, in seine dreibändige Märchen-Trilogie in ganz unterschiedlichen Figuren und Nuancen hineingewoben hat.

Der scheinbar so starke Kämpfer Boromir meint, es sei für die Menschen von Mittelerde am besten, wenn er den Ring der Macht seinem Freund Frodo besser abnehmen würde, als dieser zu schwächeln droht. Boromir will lieber selbst mit dem Ring herrschen, merkt aber nicht, wie ihn seine Art des Herrschen-Wollens bereits innerhalb der Gemeinschaft der Freunde brutal und unbarmherzig werden lässt.
Ganz anders die Elbenkönigin Galadriel. Sie nutzt all ihre Autorität, nicht um den Ring und die mit ihm mögliche Vollmacht für sich selbst zu gewinnen, sondern sie tut alles, was in ihrer Macht steht, um Frodo und die Gefährten zu unterstützen und ihnen zu dienen, damit das Abenteuer für alle ein gutes Ende nimmt.
Dass man so wie Galadriel Macht und Autorität ausüben müsste, darüber unterhielten sich die Freunde und Märchenautoren J.R.R Tolkien und C.S. Lewis beim Biertrinken und gegenseiten Vorlesen ihrer gerade entstehenden Geschichten im Oxforder Pub “Eagle an Child”. Denn so hatten sie das selbst von Jesus gelernt, der sagte: “Wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener; und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht, so wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.” (Matthäus 20,26-28)

PRÄSIDENTEN-AUTORITÄT
Während einer internationalen Konferenz fragt der amerikanische Präsident seinen israelischen Kollegen:
“Wie viele Einwohner hat Israel eigentlich?”
Der israelische Präsident:
“Ungefähr 7 Millionen.”
Darauf der amerikanische Präsident:
“Da haben Sie es wirklich leicht. Aber ich? Ich bin Präsident von 300 Millionen Einwohnern.”
Darauf der israelische Präsident:
“Sie irren: Ich bin allein, habe aber ungefähr 7 Millionen Präsidenten!”